Unentschieden zwischen Holle und Witten in der 1. Judobundesliga

(we) Nach drei Niederlagen in Folge wollten die Mannschaft Judo in Holle SDADMIN Team endlich mal das Blatt drehen und auf eigener Matte die beiden Siegpunkte für die Tabelle holen. Aber es reichte nur zum Unentschieden von 7:7 (64:61), was zur Punkteteilung für die Tabelle führte. Durch die Reform der Bundesliga und der damit vergrößerten 1. Bundesliga auf 9 Mannschaften landeten die Holler auf Platz vier im Mittelfeld. Nicht ganz überraschend wurden die Hamburger Tabellenführer, nachdem sie bereits letztes Wochenende in Potsdam dominant mit 14:0 siegten. Potsdam, letztjährig auf Platz zwei, hat nun mit dieser bitteren Niederlage das Schlusslicht auf Platz neun eingenommen. Die Spremberger haben mit einem Heimsieg gegen den Aufsteiger aus Godesberg den zweiten Platz in der Tabelle inne. Der dritte Tagessieger, Hertha Walheim siegte als Aufsteiger gegen den zweiten Aufsteiger TSV Bayer Leverkusen und nahm den dritten Platz ein

Schon im Vorfeld hatten die Holler verlauten lassen, dass sie endlich mal gegen Witten punkten wollten und hatten sich zur neuen Saison mit Kämpfern aus der aufgelösten Mannschaft aus Ettlingen verstärkt sowie einige Kämpfer mit hohem internationalem Niveau unter anderem aus Schweden, Tschechien, Holland verstärkt. Die Aufstellung zeigte ein riskantes Poker an, da von vierzehn Kämpfer gleich sechs neue aufgenommen wurden und nicht alle von ihnen konnten punkten.

Gleich in den ersten vier Kämpfen holten die Holler mit Robert Barwick, Jelle van den Berg und Luka Fettköther drei Punkte, was bei den Zuschauern die Hoffnung auf einen Erfolg auf keinem ließ, aber dann zogen die Wittener Trümpfe, weil in den drei letzten Kämpfen die Wittener nicht nur den Rückstand einholten, sondern auch mit 4:3 zur Pause die Führung übernahmen. Bemerkenswert war der vorzeitige Ipponsieg Sieg des Holler Youngster Luka Fettköther, der noch im mittleren Jahrgang bei den Junioren kämpft, gegen den sehr erfahrenen Stefan Oldenburg. Da hatte Luka Fettköther durchblitzen lassen, wie mit ihm zukünftig für die Bundesliga zu rechnen ist.

Für den zweiten Durchgang müssen in der neuen Aufstellung für die sieben Gewichtsklassen mindestens drei gewechselt werden. Die Holler wechselten gleich sechs und es blieb nur Robert Barwig, der gleich zum Rückrundenauftakt seinen zweiten Punkt an diesem Tag holte. Bemerkenswert, dass er trotz einer schmerzhaften Rückenverletzung antrat und gleichmal zweimal siegte. Der Folgepunkt ging an die Wittener und nach dem Ausgleich zum Auftakt hatten die Wittener wieder die Führung inne. Diese behielten die Wittener nur für einen kurzen Moment, dann punktete der Neuzugang Jörg Onufriev aus Leipzig und gleich anschließend der Holler Punktegarant Miistal Janssen, der in seiner Gewichtsklasse -90 kg sowohl holländischer als auch belgischer Meister der Senioren ist. Und damit hatten die Holler nicht nur den Anschluss hergestellt sondern mit dem Zwischenstand von 6:5 die anfangs verloren gegangene Führung wieder geholt.

Jetzt wurde es spannend und die Zuschauer glaubten nun schon bereits, dass die Führung nicht zu nehmen wäre, aber sie täuschten sich. Die Wittener zeigten Nerven und punkteten gleich zweimal und hatten vor dem letzten Kampf mit 6:7 die Führung wieder übernommen.

Es kam zur Schüsselbegegnung des Tages, entweder die Holler konnten noch mal gegenhalten und ein Unentschieden rausholen oder die Wittener setzten die kleine Siegesserie fort und würden den entscheidenden achten Punkt holen, um für die Tabelle beide Punkte für sich zu verbuchen. Sie schickten in der Gewichtsklasse -81 kg ihre stärkste Trumpfkarte ins Rennen. Es war der Belgier Matthias Casse, der in der Weltrangliste auf Platz fünfzehn steht. Er hatte bereits in der Vorrunde sehr souverän, schon fast spielerisch den Siegpunkt für Witten geholt. Entsprechend gedämpft waren die Erwartungen auf der Holler Bank und die Mannschaft aus Witten wähnte sich ihres Sieges sicher. Aber mit dem Holländer Jim Hejmann, der nun im zweiten Jahr für Holle antritt, ging einer auf die Matte, der den Belgier zu Genüge kannte. In bislang sechs Begegnungen konnte er bereits viermal punkten. Und tatsächlich, der Belgier Matthias Casse war offensiver, aber Jim Hejmann wich immer wieder blitzschnell geschickt aus. Das schien in diesem Kampf seine Stärke zu werden. Nur wenige Sekunden vor Ende der regulären Kampfzeit gelang es dem für Holle kämpfenden Holländer den Schwung eines schnellen Angriffs blitzschnell zu übernehmen und den Belgier in einer tiefen Bodenlage selber auf den Rücken zu werfen, was ihm eine große Unterbewertung und somit den Sieg dieser Begegnung einbrachte und letztendlich mit diesem Punkt das Unentschieden für die Holler Mannschaft. Mit diesem nicht erwarteten Punkt fühlte sich dieses Unentschieden wie ein Sieg an und die Holler feierten ausgiebig.

„Eigentlich wollten wir gewinnen, aber die Partie entwickelte sich recht ausgeglichen, und wir mussten immer der Führung der Wittener hinterherhecheln. Das Unentschieden geht für mich somit in Ordnung. Für mich war der letzte Kampf an diesem Tag mit Jim Heijman der absolute Knaller, weil der noch in der letzten Sekunde den Kampf gedreht hat und den wichtigen Punkt für das Unentschieden geholt hat.“ Bewertete abschließend Mannschaftskapitän Robert Barwig, der an diesem Tage die Rolle auch als Coach antrat, die Leistung seiner Mannschaft.

Gleich am kommenden Wochenende haben die Holler am zweiten Kampftag frei und müssen erst Anfang Mai in Leverkusen antreten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos Kathrin Stille mit den beiden Siegen von Luka Fettköther und Jim Heijman

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