Laura Vargas Koch, die Olympia Dritte, hält 2 Trainingseinheiten in Holle ab

Die Holler Judoka feiern Geburtstag und sie gönnen sich einen besonderen Gast, der im internationalen Judogeschäft ganz weit oben steht. Es ist die Olympiadritte von Rio, Laura Vargas Koch aus Berlin. Sie wird zwei öffentliche Trainingseinheiten, getrennt für Kinder und Jugendliche sowie älter für alle Judoka am Samstagvormittag (02.09.2017) geben.

Es wird eine ihrer ersten Auftritte nach Rio sein und ihr erstes öffentliches Training nach langer Zeit. Denn kaum war sie von Rio zurück, verletzte sie sich im Bundesligafinale schwer – ein Kreuzbandriss hat sie jetzt bald 9 Monate vom Leistungssport zurückgehalten. Nur langsam konnte sie wieder Training aufnehmen, aber es geht aufwärts.

Sie ist aktuell beim DJB eine der bedeutsamsten Hoffnungsträger für zukünftige wichtige Medaillengewinne. Ihre sportliche Laufbahn hat bislang stetig nach oben gezeigt. Neben der Bronzemedaille in Rio gewann sie Silbermedaillen auf den Weltmeisterschaften 2013 und den Europameisterschaften 2015 und 2014.

Die siebenundzwanzigjährige Vorzeigeathletin hat in Berlin erst mit 9 Jahren angefangen zu trainieren. Als ihre Erfolgskarriere immer stabiler wurde, ist sie 2014 nach Köln gezogen. Zum einen promoviert sie an der RWT Aachen in Mathe und zum anderen trainiert sie am Olympiastützpunkt in Köln, wo zurzeit die meisten Frauen aus der Nationalmannschaft gemeinsam trainieren.

„Meine Verletzung hat mir schon zu denken gegeben“ erzählt sie in einem Gespräch. „Mein Ziel war immer, in diesem Leistungssport nur so weit zu gehen, dass ich keine gesundheitlichen Langzeitfolgen mir einhandle. Nach der Diagnose des Kreuzbandrisses war ich drauf und dran aufzuhören. Aber ich mache weiter. Die Gespräche mit den Ärzten, unter anderem auch mit eurem Christophe Lambert, habe ich Zuversicht geschöpft.“ Ursprünglich wollte sie ihren Wettkampfeinstieg jetzt im August zur Hochschul-Universiade vornehmen, aber dann haben Trainingsdefizite sie den Wiedereinstieg verschieben lassen.

Zurzeit lebt und trainiert sie in Köln, um beim Bundestrainer mit großen Teilen der Nationalmannschaft zusammen zu trainieren. Seit längerem wird sie auch von Maxime Lambert trainiert, der ein spezielles Einzeltraining für Technik und Taktik mit ihr abhält. „Eigentlich bin ich gar nicht so analytisch, obwohl ich über mein Mathestudium und der jetzt laufenden Promotion sehr stark lösungsorientiert bin. Für ein Problem muss ich eine Lösung finden. Im Wettkampf analysiere ich nicht, dann reagiere ich intuitiv. Ich erkenne eine Möglichkeit und reagiere sofort. Ich habe auch nicht das große Technikrepertoire, um meine Kämpfe zu gewinnen. Natürlich kann ich die meisten Techniken, aber im entscheidenden Moment des Wettkampfes sind es nur einige wenige Techniken, die ich anwende.“

Es erscheint ungewöhnlich, dass ein Spitzensportler in Mathe promoviert. „Für mich ist das ideal, da ich sehr viele Freiräume habe. Ich lebe und trainiere in Köln, aber ich promoviere in Aachen. Als Naturwissenschaftler oder Mediziner hätte ich viele Pflichtanwesenheitszeiten im Labor – für Mathe habe ich das nicht.“ In Köln zu trainieren und zu leben hat sie keine Probleme. „Ich lebe in einer tollen kleinen Wohngemeinschaft. Hier in Köln wird einiges geboten, obwohl ich in Berlin mehr Angebote habe. Der große Vorteil sind die viel kürzeren Wege. In Berlin war ich immer mindestens eine Stunde unterwegs, um von der Wohnung zur Uni und dann zum Training zu kommen. Ich habe pro Tag mehrere Stunden in irgendwelchen Fahrzeugen verbracht. Hier in Köln alles schneller erledigt, weil die Wege kürzer sind. Trotzdem werde ich später wieder zurück nach Berlin, da bin ich viel zu sehr Berlinerin.“

Die beiden Trainingsangebote am Samstag, den 02.09.2017 sind öffentlich, es wird pro Trainingseinheit eine Umlage erhoben.
vereinsextern Eintritt: 10,- €; Vereinsmitglieder 5,- €
U10 – U15: 09.00 – 10.30 Uhr

Autogrammstunde: 10.30 – 11.00 Uhr

U18 – Ü30: 11.00 – 13.00 Uhr

Bitte anmelden bei: vorstand@judoinholle.de

Damit wir genug Trainingsfläche in der Holler Mohldberghalle haben

Foto: Boris Teofanovic