Hanna Rollwage fliegt zuversichtlich zur Europameisterschaft

Hanna Rollwage vom Verein Judo in Holle macht einen zuversichtlichen Eindruck über ihre Möglichkeiten auf die Europameisterschaft der Kadetten (U18) in Kanaus / Litauen. Als Weltranglistendritte gehört sie zu den ganz großen Favoriten. „Ich weiß, dass ich Chancen habe. Ich habe mich körperlich und mental im Vergleich zum Vorjahr verbessert.“ Im letzten Jahr hatte sie noch mit einem siebenten Platz abgeschnitten. Rein theoretisch müsste sie besser abschneiden können. „Aber ich weiß auch, dass die Leistungsdichte um mich herum groß ist. Da könnte jede von uns oben auf dem Treppchen stehen und ich könnte auch gleich im ersten Kampf rausfliegen. Deswegen möchte ich mich auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.“

Nach dem Gewinn des Deutschen Meistertitels Anfang dieses Jahres hat sie ihre Erfolgsserie auf internationaler Ebene fortgesetzt. Jeweils einmal Gold, Silber und Bronze haben sie seit April auf dem dritten Platz auf der Weltrangliste gehalten. Diese Erfolge haben zu ihrer Zuversicht beigetragen und auch das Selbstvertrauen gesteigert. Körperliche Fitness und mentale Stärke sind zwei wichtige Säulen zum Turniererfolg. „Wir haben im Bundeskader nicht nur Judo trainiert sondern auch mit einem Sportpsychologen zusammengearbeitet. Meine größte Gegnerin war ich selbst, wenn mein Selbstvertrauen in die Knie ging. Ich habe jetzt mehr Zuversicht und sage mir in den kritischen Momenten – du packst es.“ Ein prickelnder Moment ist für Hanna Rollwage die Anzugskontrolle wenige Minuten vor Wettkampfbeginn. „Dann stehen wir das erste Mal dicht an dicht an beieinander. Vorher beim Aufwärmen konnte ich meinen Gegnerinnen aus dem Wege gehen, aber da beginnen die Machtspielchen, wer gewinnt die Blickkontakte. Heute weiß ich, dass die anderen vor mir auch Angst haben, aber dieses Wissen ist dann in kritischen Momenten auch mal weg.“ Damit ist sie ihre Angstgegnerinnen nicht losgeworden. Sie hofft darauf, dass sie auf die europäische Nummer Eins, Helena Vukovic aus Kroatien, erst im Finale zu stoßen. „Ihre Leistungsbilanz gegen mich ist besser.“

In den letzten Tagen hat sie im Training noch mal richtig eins draufgelegt – mindestens drei Stunden. Viel Unterstützung hat sie im Verein gehabt, mehrere Judoka haben abwechselnd mit ihr trainiert. Aber auch die beiden Stützpunkte in Hannover und Braunschweig ist sie angefahren, um die Bandbreite der Trainingsmöglichkeiten voll auszuschöpfen. „Da haben meine Eltern mich sehr stark unterstützt. Sie fahren mich immer zum externen Training und sie sind bei vielen Wettkämpfen dabei.“ Wie bei ihren drei Brüdern Max, Malte und Luka werden auch diesmal die Eltern mit dabei sein. Es sind ihre siebenten internationalen Meisterschaften.

Am kommenden Samstag wird sie mit achtzehn weiteren Judoka aus 13 Ländern in der höchsten Gewichtsklasse antreten. Insgesamt werden 243 männliche und 291 weibliche Judoka aus 42 Nationen erwartet. Nach den Einzelmeisterschaften finden zum Abschluss am Sonntag die Mannschaftsmeisterschaften statt, bei der Hanna Rollwage für das deutsche Team ebenfalls antreten wird.

Bislang nicht bekannt, ob diese Meisterschaften im Internetfernsehen übertragen werden. Die Ergebnisse aller Begegnungen werden online in der Wettkampfliste im Internet unter ippon.org angezeigt.