Die Holler verlieren beim Deutschen Meister in Hamburg

Die Niederlage war nicht überraschend, aber das Ergebnis war mit 9:5 (87:50) trotzdem besser als erwartet. „Wir Holler haben wenigstens nicht zweistellig verloren, was hingegen die drei anderen Mannschaften bislang einstecken mussten.“ Die Mannschaft von Judo in Holle SD Admin Team hat damit ihren dritten Tabellenplatz aufgeben müssen und rutschte einen tiefer auf Platz vier. Witten hat im Lokalderby gegen Bottrop mit 8:6 punkten können und ist vom fünften auf den dritten Platz nach vorne gekommen. Die Potsdamer haben in Spremberg mit 6:8 ihren zweiten Platz gehalten, dafür sind die Spremberger kontinuierlich von Platz drei über vier nun weiter nach unten auf Platz fünf gelandet.

Bedingt durch ein größeres europäisches Turnier, das für viele nationale Leistungsträger Pflicht war, hatten beide Mannschaften Lücken. Die Kernfrage wurde, wer die beste zweite Reihe hat, um diese Lücken auszufüllen. Im ersten Durchgang verliefen die ersten vier Begegnungen recht ausgeglichen, Robert Barwig (bis 73 kg) und Aigars Milenbergs (bis 90 kg) sorgten für den Ausgleich, aber dann punkteten die Hamburger wieder die nächsten drei Begegnungen und zur Pause stand es 5:2 für die Hamburger.

Im zweiten Durchgang mussten beide Mannschaften mindestens drei Kämpfer wechseln, was die Holler besser nutzen konnten. Sie punkteten gleich dreimal durch Danny Paul Kiel (bis 60 kg) erneut Aigars Milenbergs (bis 90 kg) und völlig unerwartet Thilo Assmann (bis 81 kg) gegen Serhiy Drebot aus der Ukraine. Letztendlich stand es zum Ende 9:5 (87:50) für die Mannschaft aus Hamburg. Der Holler Coach Maxime Lambert zeigte sich nicht unzufrieden. „Wir haben gegen eine Mannschaft gekämpft, die sich aus allen Vereinen des Hamburger Landesverbandes zusammensetzt und dann noch genauso viele ausländische Kader auf der Mannschaftsliste eingeschrieben hat. Sie sind nicht ohne Grunde der Topfavorit für die Titelverteidigung.“

Die beiden hervorragenden Kämpfer waren Aigars Milenbergs, der beide Kämpfe souverän vorzeitig mit Ippon gewann. Der Lette zeigte seine internationale Klasse. Große Aufmerksamkeit erzielte das Holler Nachwuchstalent Thilo Assmann, der in diesem Jahr bedingt durch Abitur nur eingeschränkt trainieren konnte. Gegen den elf Jahre älteren Serhiy Drebot aus der Ukraine ließ er sich in keiner Phase beeindrucken, obwohl der Ukrainer in seinen bisherigen fünfzehn Begegnungen nur einmal als Verlierer von der Matte ging. Jetzt beim sechszehnten Mal war es die zweite Niederlage.

Trotz dieser Niederlage gegen den Deutschen Meister sind die Holler nicht geknickt. Sie haben nach vier Kampftagen eine berechtigte Hoffnung in die Play-off-Runde zu kommen. Die beiden ersten scheinen festzustehen, das sind die Teams aus Hamburg und Potsdam. Berechtigte Hoffnungen können sich die drei Teams aus Witten, Holle und Spremberg machen. Der letzte Kampftag in zwei Wochen wird darüber Aufschluss geben. Die Holler werden die Wittener empfangen. Gleichzeitig läuft in Bottrop das Kellerduell Bottrop gegen Spremberg und zur Spitzenbegegnung empfangen die Potsdamer das Team aus Hamburg. Die Holler können nicht auf die anderen Mannschaften setzen, sie müssen gegen Witten gewinnen. Eine Niederlage gegen Witten und ein Sieg der Spremberger wäre für die Holler das Aus.