Die Holler Judoka im Bundesligafinale

Nach dem zweiten Tabellenplatz in der Bundesliga Gruppe Nord, hat sich die Holler Mannschaft Judo in Holle SD ADMIN Team für das Finale zur Deutschen Vereins Mannschaftsmeisterschaft qualifiziert, das in Hamburg, Sporthalle Wandsbek ausgerichtet wird. Aus der Gruppe Nord hat sich noch das Judoteam Hamburg qualifiziert, was nach zwei Titelerfolgen das Triple unbedingt voll machen will. Neben diesen beiden Mannschaften haben sich noch die beiden ersten aus der Gruppe Süd qualifiziert – der TSV Abensberg und der TSV Großhadern aus München.

Kommenden Samstag um 11:45 Uhr hat das Holler Team den Auftaktkampf gegen den zwanzigfachen Deutschen Meister TSV Abensberg. Nach dem ersten Durchgang treten die Hamburger gegen die Münchener an. Anschließend haben die Holler den zweiten Durchgang quasi als Rückrunde erneut gegen die Abensberger. Aus dem Gesamtergebnis der vier Mannschaften werden die beiden jeweiligen Sieger das Finale bestreiten.

Allgemein wird davon ausgegangen, dass das Finale von den beiden jeweiligen Gruppenersten, TSV Abensberg und Judoteam Hamburg bestritten wird. Wer es letztendlichen machen wird, da wagt keiner eine sichere Prognose. Beide Mannschaften sind stark aufgestellt, wobei eher die Hamburger das größere Gewicht auf der Waagschale haben, da in ihren Reihen große Teile des Nationalkaders stehen.

Ein kleines Handicap müssen die Holler wegstecken, weil einer ihrer Coaches nicht dabei sein kann, Maxime Lambert. Dafür ist sein Bruder Christophe am Mattenrand, wenn er für den Samstag dienstfrei von der Kölner Feuerwehr als Notarzt bekommt. Dank WhatsApp werden im Vorfeld die wichtigsten Aufstellungsüberlegungen ausgetauscht.

„Dieses Finale ist mein Traum gewesen“ offenbart Christophe Lambert. „Ich wollte schon immer gegen Abensberg antreten, eigentlich noch als Kämpfer. Mit der Mannschaft aus Abensberg verbindet mich einiges. Viele der Kämpfer kenne ich noch aus meiner aktiven Zeit und 2013 durfte ich beim Europacup in Paris als Teil der Mannschaft mit antreten. Wir haben damals kurz vor Weihnachten den Titel geholt“ Es war damals für Abensberg der letzte von sieben Titelgewinnen. Danach gab es noch Bronze und Silber.

Im Gegensatz zu Hamburg und München gehört Abensberg mit seinen knapp 14.000 Einwohnern eher zu den kleinen Orten in Deutschland. Dafür ist der bayrische Verein aus dem südlichen Altmühltal und 40 km von Regensburg entfernt, schon seit langem eine Kaderschmiede für Leistungsträger im deutschen Judo. Zudem haben sie viele Impulse gerade in die deutsche Bundesliga gegeben, um die Judo-Bundesliga im allgemeinen Sportgeschehen aufzuwerten. Erst 2015 brach die Serie, indem der bayrische Mitkonkurrent aus Großhadern den Titel holte. 2016 zogen die Abensberger ihre Mannschaft zurück, um ihre vier deutschen Olympioniken für Rio nicht noch durch die Bundesliga zu belasten. Mit ihrer 2. Mannschaft in der Regionalliga war der Wiederaufstieg ein Jahr später in die 2. Bundesliga sicher. Nun, 2018, sind sie wieder vorne dabei und mussten mit zwei Unentschieden gegen Esslingen und Leipzig zwei Punkte einbüßen.

Zwischenzeitlich hatten die Hamburger für die Saison 2016 einen wichtigen Großsponsor als Unterstützer gewonnen. Er sorgte mit viel Geld massiv für neue Kämpfer. Auf Anhieb kamen die Hamburger zum ersten Mal ins Finale und holten den Titel. Im Folgejahr konnten sich die Hamburger mit noch mehr Nationalkadern und auch hochkarätigen Kämpfer aus der internationalen Szene verstärken. Der zweite Titelgewinn war somit keine Überraschung mehr. Gelegentlich haben die Hamburger damit auch ein Problem, wenn zeitgleich internationale Turnier oder Meisterschaften anstehen. Dann ist die erste Reihe nicht mehr für die Hamburger auf der Matte. Und dann kann es auch mal eng werden, so geschehen im September gegen die Holler, als die Holler nur 6:8 auf eigener Matte verloren.

„Na klar, rechne ich mir nicht viel aus. Aber wenn wir gleich mit der Niederlage im Kopf auf die Matte gehen, dann verlieren wir sicher. Das ist ja das Schöne am Wettkampf – es gibt auch mal Überraschungen und dann stehen wir vielleicht im Finale. Außerdem haben wir jetzt schon die Bronzemedaille sicher. Das ist das höchste, was wir als Mannschaft bislang erreicht haben.“ Und noch ganz träumerisch fügt er hinzu „Und nächstes Jahr dürfen wir beim Europacup antreten. Die Qualifikation haben wir jetzt schon. Nur das Geld haben wir noch nicht dafür.“

Wer in Hamburg als Zuschauer nicht dabei sein kann, hat immer noch die Möglichkeit, über Sportdeutschland das Geschehen live im Internetfernsehen mitzuverfolgen. Dabei ist fast zeitgleich, nämlich im Wechsel, das Finale der Frauen in Backnang.

http://sportdeutschland.tv/judo/bundesligafinale-konferenz