Corporate Responsibility - Der Judoverein Holle e. V.

Unentschieden zwischen Holle und Witten in der 1. Judobundesliga

(we) Nach drei Niederlagen in Folge wollten die Mannschaft Judo in Holle SDADMIN Team endlich mal das Blatt drehen und auf eigener Matte die beiden Siegpunkte für die Tabelle holen. Aber es reichte nur zum Unentschieden von 7:7 (64:61), was zur Punkteteilung für die Tabelle führte. Durch die Reform der Bundesliga und der damit vergrößerten 1. Bundesliga auf 9 Mannschaften landeten die Holler auf Platz vier im Mittelfeld. Nicht ganz überraschend wurden die Hamburger Tabellenführer, nachdem sie bereits letztes Wochenende in Potsdam dominant mit 14:0 siegten. Potsdam, letztjährig auf Platz zwei, hat nun mit dieser bitteren Niederlage das Schlusslicht auf Platz neun eingenommen. Die Spremberger haben mit einem Heimsieg gegen den Aufsteiger aus Godesberg den zweiten Platz in der Tabelle inne. Der dritte Tagessieger, Hertha Walheim siegte als Aufsteiger gegen den zweiten Aufsteiger TSV Bayer Leverkusen und nahm den dritten Platz ein

Schon im Vorfeld hatten die Holler verlauten lassen, dass sie endlich mal gegen Witten punkten wollten und hatten sich zur neuen Saison mit Kämpfern aus der aufgelösten Mannschaft aus Ettlingen verstärkt sowie einige Kämpfer mit hohem internationalem Niveau unter anderem aus Schweden, Tschechien, Holland verstärkt. Die Aufstellung zeigte ein riskantes Poker an, da von vierzehn Kämpfer gleich sechs neue aufgenommen wurden und nicht alle von ihnen konnten punkten.

Gleich in den ersten vier Kämpfen holten die Holler mit Robert Barwick, Jelle van den Berg und Luka Fettköther drei Punkte, was bei den Zuschauern die Hoffnung auf einen Erfolg auf keinem ließ, aber dann zogen die Wittener Trümpfe, weil in den drei letzten Kämpfen die Wittener nicht nur den Rückstand einholten, sondern auch mit 4:3 zur Pause die Führung übernahmen. Bemerkenswert war der vorzeitige Ipponsieg Sieg des Holler Youngster Luka Fettköther, der noch im mittleren Jahrgang bei den Junioren kämpft, gegen den sehr erfahrenen Stefan Oldenburg. Da hatte Luka Fettköther durchblitzen lassen, wie mit ihm zukünftig für die Bundesliga zu rechnen ist.

Für den zweiten Durchgang müssen in der neuen Aufstellung für die sieben Gewichtsklassen mindestens drei gewechselt werden. Die Holler wechselten gleich sechs und es blieb nur Robert Barwig, der gleich zum Rückrundenauftakt seinen zweiten Punkt an diesem Tag holte. Bemerkenswert, dass er trotz einer schmerzhaften Rückenverletzung antrat und gleichmal zweimal siegte. Der Folgepunkt ging an die Wittener und nach dem Ausgleich zum Auftakt hatten die Wittener wieder die Führung inne. Diese behielten die Wittener nur für einen kurzen Moment, dann punktete der Neuzugang Jörg Onufriev aus Leipzig und gleich anschließend der Holler Punktegarant Miistal Janssen, der in seiner Gewichtsklasse -90 kg sowohl holländischer als auch belgischer Meister der Senioren ist. Und damit hatten die Holler nicht nur den Anschluss hergestellt sondern mit dem Zwischenstand von 6:5 die anfangs verloren gegangene Führung wieder geholt.

Jetzt wurde es spannend und die Zuschauer glaubten nun schon bereits, dass die Führung nicht zu nehmen wäre, aber sie täuschten sich. Die Wittener zeigten Nerven und punkteten gleich zweimal und hatten vor dem letzten Kampf mit 6:7 die Führung wieder übernommen.

Es kam zur Schüsselbegegnung des Tages, entweder die Holler konnten noch mal gegenhalten und ein Unentschieden rausholen oder die Wittener setzten die kleine Siegesserie fort und würden den entscheidenden achten Punkt holen, um für die Tabelle beide Punkte für sich zu verbuchen. Sie schickten in der Gewichtsklasse -81 kg ihre stärkste Trumpfkarte ins Rennen. Es war der Belgier Matthias Casse, der in der Weltrangliste auf Platz fünfzehn steht. Er hatte bereits in der Vorrunde sehr souverän, schon fast spielerisch den Siegpunkt für Witten geholt. Entsprechend gedämpft waren die Erwartungen auf der Holler Bank und die Mannschaft aus Witten wähnte sich ihres Sieges sicher. Aber mit dem Holländer Jim Hejmann, der nun im zweiten Jahr für Holle antritt, ging einer auf die Matte, der den Belgier zu Genüge kannte. In bislang sechs Begegnungen konnte er bereits viermal punkten. Und tatsächlich, der Belgier Matthias Casse war offensiver, aber Jim Hejmann wich immer wieder blitzschnell geschickt aus. Das schien in diesem Kampf seine Stärke zu werden. Nur wenige Sekunden vor Ende der regulären Kampfzeit gelang es dem für Holle kämpfenden Holländer den Schwung eines schnellen Angriffs blitzschnell zu übernehmen und den Belgier in einer tiefen Bodenlage selber auf den Rücken zu werfen, was ihm eine große Unterbewertung und somit den Sieg dieser Begegnung einbrachte und letztendlich mit diesem Punkt das Unentschieden für die Holler Mannschaft. Mit diesem nicht erwarteten Punkt fühlte sich dieses Unentschieden wie ein Sieg an und die Holler feierten ausgiebig.

„Eigentlich wollten wir gewinnen, aber die Partie entwickelte sich recht ausgeglichen, und wir mussten immer der Führung der Wittener hinterherhecheln. Das Unentschieden geht für mich somit in Ordnung. Für mich war der letzte Kampf an diesem Tag mit Jim Heijman der absolute Knaller, weil der noch in der letzten Sekunde den Kampf gedreht hat und den wichtigen Punkt für das Unentschieden geholt hat.“ Bewertete abschließend Mannschaftskapitän Robert Barwig, der an diesem Tage die Rolle auch als Coach antrat, die Leistung seiner Mannschaft.

Gleich am kommenden Wochenende haben die Holler am zweiten Kampftag frei und müssen erst Anfang Mai in Leverkusen antreten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos Kathrin Stille mit den beiden Siegen von Luka Fettköther und Jim Heijman

http://www.deutsche-judo-bundesliga.de/erste-bundesliga-maenner/tabelle

Die Holler empfangen zum ersten Heimkampf das Team aus Witten

(we) „Einmal muss die Serie geknackt werden – wir müssen endlich mal das Ding für uns entscheiden.“ Mit dem Ding meint der Holler Coach Maxime Lambert eine Mannschaftsbegegnung der Judo Bundesliga und das ganz konkret gegen die SUA Witten am Samstag, den 07.04.2018 in der Holler Mohldberg Halle um 15:30 Uhr. Seit dem Aufstieg in die 1. Bundesliga waren die drei Begegnungen immer knapp verloren gegangen. Die Holler haben ihre Zuversicht nicht verloren und setzten auf Sieg und das auf eigener Matte.

Sie konnten sich verstärken und haben auch verstärkt Kämpfer mit internationalem Niveau aus dem Ausland angeworben. „In diesem Jahr war es nicht einfach, weil die 1. Bundesliga in beiden Gruppen jeweils von 6 auf 9 Mannschaften vergrößert wurde. Jeder suchte nach neuen Kämpfern und der Markt war schnell leer gefegt. Und man muss sagen, viele Kämpfer haben ein hohes Treueverhältnis zu ihren Mannschaften und wechseln nicht so ohne weiteres.“

 

Mit dieser Vergrößerung wollte der Deutsche Judobund den Mannschaften durch mehr Kampftage eine höhere Präsenz ermöglichen. Statt den bisher fünf Kampftagen sind es acht geworden und jede Mannschaft hat nun garantiert vier Heimkampftage. Die Vereine sehen es mit einem lachenden und einem stöhnenden Auge. Sie haben wie erhofft mehr Begegnungen, aber dafür mehr Aufwand und ob mehr Geld in die Kasse kommt, ist nicht gewiss.

 

Die Begegnung Holle gegen Witten ist live im Internet zu verfolgen

Für alle, die nicht nach Holle fahren können, gibt es die Möglichkeit, im Internet die Begegnung komplett ab 15:30 Uhr als Live Streaming über sportdeutschland.tv zu verfolgen.

Die Holler werden alle vier Heimkampftage live im Internetfernsehen übertragen. Sie müssen dafür keine Lizenz beantragen; Sportdeutschland.tv ist der Rechteinhaber, stellt den Vereinen per Miete Technik zur Verfügung und die Vereine kümmern sich quasi um die Sendung. Die Sendung wird dann per Internet an die Zentrale übertragen und von dort aus verteilt. Der Zuschauer muss nur „Sportdeutschland.tv“ im Internet aufrufen und wird dann zu den Judoveranstaltungen geleitet.

 

„Es ist für uns ein Versuch, die Reichweite unserer Kampftage zu vergrößern. Unsere größte Sorge ist die dünne Datenkapazität im Holler Raum.“ Erläutert Jens Häger, der für die Technik verantwortlich ist. Natürlich würden die Holler viel lieber das Publikum in der Halle sehen, aber sie wollen sich den allgemeinen Entwicklungen nicht verschließen und versuchen Möglichkeiten nutzen.

Erste Erfahrungen wurden bereits im Dezember letzten Jahres bei der Landesmannschaftsmeisterschaft der U12 gesammelt, als mit zwei Kameras das Geschehen auf drei Matten übertragen wurde.

 

Hauptsponsor SD ADMIN EWIV verlost am Kampftag zweimal zwei Segway’s für ein Wochenende.

Auch die großen Sponsoren wollen sich für die Holler stärker einbringen und übernehmen einen Kampftag. Hauptsponsor SD ADMIN EWIV wird den ersten Kampftag mit einer Verlosung und Gewinnspielen in der Pause gestalterisch teilhaben. Für jeweils zweimal zwei Personen werden als Gewinn für ein Wochenende Segway’s verliehen.

 

Fotos: Klaus Senkel und Kathrin Stille

 

Hanna Rollwage belegt zweimal den fünften Platz bei der Weltmeisterschaft U18

Müde und erschöpft aber auch noch ein wenig aufgekratzt von der aufregenden Teilnahme an den Weltmeisterschaften der U18 in Santiago de Chile traf Hanna Rollwage vom Verein Judo in Holle wieder nach einer fast dreißig stündigen Rückreise in die heimatliche Gefilde ein.

Fünfter Platz im Einzel und fünfter Platz für die deutsche Mannschaft war die Ausbeute. „Soll bloß keiner glauben, dass ich mein persönliches Ziel erreicht habe. Ich wollte eine Medaille und war ganz nah dran.“ Sprudelt es aus ihr heraus. „In der Vorrunde war ich hoch motiviert und quasi vollgepumpt mit Adrenalin.“ Im ersten Kampf besiegte sie die Brasilianerin Laislaine Rocha unter einer Minute. Auch bei der Japanerin Akiho Yonekawa behielt sie die ganze Zeit das Heft in der Hand und beendete nach einer großen Unterbewertung und einem Ippon nach knapp zwei Minuten vorzeitig die Begegnung. Es waren sehr überlegene Kämpfe, die viele vor Ort in Begeisterung versetzten. „Bei der Brasilianerin hatte ich keine Bange – ich wusste, diese Begegnung musst du unbedingt gewinnen, sonst kannst du gleich nach Hause fliegen. Bei der Japanerin blieb ich ruhig, obwohl ich normaler Weise das genaue Gegenteil von Ruhe bin – ich bin immer sehr aufgeregt. Aber hier war ich im Poolfinale und ich wusste, selbst mit einer Niederlage bleibe ich drin, weil immer noch die Trostrunde mich weiterbringen kann. Diese Gewissheit hat mich stark gemacht.“

Christophe Lambert, der die Kämpfe in der Live-Übertragung verfolgte, ließ sich zu einer begeisterten Bemerkung hinreißen. „Für mich war Hanna in der Vorrunde die Stärkste in dem neunzehnköpfigen Teilnehmerfeld ihrer Gewichtsklasse. An ihre Technik und Explosivität kam keine ran. Ich war felsenfest überzeugt, sie holt heute Gold.“

Aber es kam nach der Pause alles ganz anders. Im Halbfinale musste sie sich der Kroatin Helena Vokuvic stellen, die sie im Kleinen Finale bei der Europameisterschaft bereits besiegt hatte. Die Dominanz und der Kampfwille waren wie weggeblasen. Die spätere Weltmeisterin hatte Hanna sehr schnell unter Kontrolle und bereits nach knapp zwei Minuten wurde sie mit Ippon-Wertung besiegt. Im anschließenden Kleinen Finale gegen die Brasilianerin Luiza Cruz war auch nach zwei Minuten Schluss. „Die drei und halbstündige Pause ist mir gar nicht bekommen. Ich wurde in der Wartezeit immer müder. Die Helena hat schlafen können und war topfrisch. Ich konnte nicht schlafen, weil ich immer noch ganz aufgekratzt war. Ich war dann zum Kampfbeginn fürchterlich müde. Wäre die Pause nicht gewesen, hätte ich Helena Vukovic weggeputzt. Na gut im Kleinen Finale kurze Zeit später war ich immer noch nicht gut drauf.“

Am nächsten Tag bei den Mannschaftsmeisterschaften, die im Mix ausgetragen wurden, ist sie zweimal aufgestellt worden und hat erneut ihre Dominanz unter Beweis gestellt, als sie die noch Weltranglistenerste Fatma Laabida aus Tunesien nach vier (!) Sekunden besiegte. Ähnlich überlegen und spektakulär gewann sie gegen die deutliche schwerere Sophio Somkhishvilli, die neu amtierende Vizeweltmeisterin aus Georgien, nach knapp 2 Minuten mit einer Würge-Technik am Boden. „Dabei bin ich überhaupt keine Bodenkämpferin. Als sie auf dem Bauch am Boden lag, habe ich es einfach mal probiert. Und ich hatte Erfolg.“

Auch ohne Medaille hat sich Hanna Rollwage auf der Weltrangliste sogar um einen Platz auf den fünften verbessert. „Natürlich ist mein fünfter Platz toll und ich will dieses Ergebnis nicht schlecht reden, aber ich war zweimal dicht dran, eine Medaille zu machen. Mit einem Sieg im Halbfinale hätte ich über das Finale eine Medaille garantiert bekommen und im Kleinen Finale bei einem Sieg auch. Der fünfte Platz ist nun mal die undankbarste Platzierung.“

„Am Ende hat es zwar nicht für eine Medaille gereicht aber sie hat in der Mannschaft dann auch nochmal bewiesen, dass sie bei einer Weltmeisterschaft Medaillen holen kann!!! Sie hat zwei Spitzenjudoka, die in der Weltrangliste noch vor ihr sind, sehr dominant besiegt.“ Bewertete abschließend Christophe Lambert die beiden Kampftage von Hanna Rollwage.

Ein bisschen Pause will sie nun machen und etwas kürzer treten, weil in der nächsten Zeit keine wichtigen Wettkämpfe anstehen. „Ich will mich jetzt auf das Abitur konzentrieren und auch darüber nachdenken, wie ich weitermachen will. Ich bin dann im ersten Jahr bei den Junioren, da werde ich sowieso nicht die große Rolle spielen. Ich muss sehen, ob ich im Schwergewicht bleibe. Da muss ich sehen, wie ich mit dem Kampfstil zurechtkomme.“

Ganz zeitnah will sie ihren Geburtstag im Familien- und Freundeskreis nachholen, weil ein Tag vor ihren beiden Wettkampftagen stand ihr der Sinn nicht nach feiern.

Foto Hanna Rollwage; endlich mal wieder entspannt trainieren.

Laura Vargas Koch, die Olympia Dritte, hält 2 Trainingseinheiten in Holle ab

Die Holler Judoka feiern Geburtstag und sie gönnen sich einen besonderen Gast, der im internationalen Judogeschäft ganz weit oben steht. Es ist die Olympiadritte von Rio, Laura Vargas Koch aus Berlin. Sie wird zwei öffentliche Trainingseinheiten, getrennt für Kinder und Jugendliche sowie älter für alle Judoka am Samstagvormittag (02.09.2017) geben.

Es wird eine ihrer ersten Auftritte nach Rio sein und ihr erstes öffentliches Training nach langer Zeit. Denn kaum war sie von Rio zurück, verletzte sie sich im Bundesligafinale schwer – ein Kreuzbandriss hat sie jetzt bald 9 Monate vom Leistungssport zurückgehalten. Nur langsam konnte sie wieder Training aufnehmen, aber es geht aufwärts.

Sie ist aktuell beim DJB eine der bedeutsamsten Hoffnungsträger für zukünftige wichtige Medaillengewinne. Ihre sportliche Laufbahn hat bislang stetig nach oben gezeigt. Neben der Bronzemedaille in Rio gewann sie Silbermedaillen auf den Weltmeisterschaften 2013 und den Europameisterschaften 2015 und 2014.

Die siebenundzwanzigjährige Vorzeigeathletin hat in Berlin erst mit 9 Jahren angefangen zu trainieren. Als ihre Erfolgskarriere immer stabiler wurde, ist sie 2014 nach Köln gezogen. Zum einen promoviert sie an der RWT Aachen in Mathe und zum anderen trainiert sie am Olympiastützpunkt in Köln, wo zurzeit die meisten Frauen aus der Nationalmannschaft gemeinsam trainieren.

„Meine Verletzung hat mir schon zu denken gegeben“ erzählt sie in einem Gespräch. „Mein Ziel war immer, in diesem Leistungssport nur so weit zu gehen, dass ich keine gesundheitlichen Langzeitfolgen mir einhandle. Nach der Diagnose des Kreuzbandrisses war ich drauf und dran aufzuhören. Aber ich mache weiter. Die Gespräche mit den Ärzten, unter anderem auch mit eurem Christophe Lambert, habe ich Zuversicht geschöpft.“ Ursprünglich wollte sie ihren Wettkampfeinstieg jetzt im August zur Hochschul-Universiade vornehmen, aber dann haben Trainingsdefizite sie den Wiedereinstieg verschieben lassen.

Zurzeit lebt und trainiert sie in Köln, um beim Bundestrainer mit großen Teilen der Nationalmannschaft zusammen zu trainieren. Seit längerem wird sie auch von Maxime Lambert trainiert, der ein spezielles Einzeltraining für Technik und Taktik mit ihr abhält. „Eigentlich bin ich gar nicht so analytisch, obwohl ich über mein Mathestudium und der jetzt laufenden Promotion sehr stark lösungsorientiert bin. Für ein Problem muss ich eine Lösung finden. Im Wettkampf analysiere ich nicht, dann reagiere ich intuitiv. Ich erkenne eine Möglichkeit und reagiere sofort. Ich habe auch nicht das große Technikrepertoire, um meine Kämpfe zu gewinnen. Natürlich kann ich die meisten Techniken, aber im entscheidenden Moment des Wettkampfes sind es nur einige wenige Techniken, die ich anwende.“

Es erscheint ungewöhnlich, dass ein Spitzensportler in Mathe promoviert. „Für mich ist das ideal, da ich sehr viele Freiräume habe. Ich lebe und trainiere in Köln, aber ich promoviere in Aachen. Als Naturwissenschaftler oder Mediziner hätte ich viele Pflichtanwesenheitszeiten im Labor – für Mathe habe ich das nicht.“ In Köln zu trainieren und zu leben hat sie keine Probleme. „Ich lebe in einer tollen kleinen Wohngemeinschaft. Hier in Köln wird einiges geboten, obwohl ich in Berlin mehr Angebote habe. Der große Vorteil sind die viel kürzeren Wege. In Berlin war ich immer mindestens eine Stunde unterwegs, um von der Wohnung zur Uni und dann zum Training zu kommen. Ich habe pro Tag mehrere Stunden in irgendwelchen Fahrzeugen verbracht. Hier in Köln alles schneller erledigt, weil die Wege kürzer sind. Trotzdem werde ich später wieder zurück nach Berlin, da bin ich viel zu sehr Berlinerin.“

Die beiden Trainingsangebote am Samstag, den 02.09.2017 sind öffentlich, es wird pro Trainingseinheit eine Umlage erhoben.
vereinsextern Eintritt: 10,- €; Vereinsmitglieder 5,- €
U10 – U15: 09.00 – 10.30 Uhr

Autogrammstunde: 10.30 – 11.00 Uhr

U18 – Ü30: 11.00 – 13.00 Uhr

Bitte anmelden bei: vorstand@judoinholle.de

Damit wir genug Trainingsfläche in der Holler Mohldberghalle haben

Foto: Boris Teofanovic

Hanna Rollwage unterzieht sich intensiven Vorbereitungen zur Weltmeisterschaft in Chile

Hanna Rollwage vom Verein Judo in Holle hat nicht viel von ihren Sommerferien gehabt. Nach dem Gewinn der Bronzemedaille bei den Europameisterschaften (EM) in Litauen Anfang der Ferien wurde sie zum höchsten Saisonereignis nominiert, den Weltmeisterschaften der Kadetten, die in diesem Jahr in zwei Wochen in Chile ausgetragen werden. Eine große deutsche Mannschaft wird nach Santiago de Chile, dem Austragungsort, reisen. Der Deutsche Judobund hat acht Frauen und sechs Männer nominiert. Neben den Einzelwettkämpfen über vier Tage in zweimal acht Gewichtsklassen, wird es am fünften Tag den Mannschaftskampf in gemischten Teams mit je fünf Gewichtsklassen geben. In beiden Wettkampfdisziplinen wird die Hollerin mit dabei sein. Insgesamt werden fast 450 Judoka aus 69 Ländern erwartet.

Diese Nominierung Anfang Juli brachte Hanna Rollwage nur zwei Tage Pause und dann ging es im intensiven Trainingsprogramm weiter. „Ich habe quasi da weiter gemacht, wo ich vor der EM aufgehört habe. An meinem Technikprofil habe ich weitergearbeitet und natürlich die ganze Zeit Konditions- und Krafttraining.“ Täglich zwei Trainingseinheiten und das nicht nur in Holle sondern auch bei ihren Landestrainern in Hannover und Braunschweig. Montagvormittag Kondition und am Abend Techniktraining in Braunschweig. Dienstagsvormittag Krafttraining und abends Randori (Kampftraining) in Hannover. Mittwochmorgen Kondition und abends Technik in Holle. Donnerstagmorgen Krafttraining und abends abwechselnd Technik und Randori, Freitagsmorgen Kondition und abends Technik, Samstagmorgen Kraft und nachmittags Laufen und sonntags Ausdauerkraft mit Crossfit. Selbst jetzt wenige Tage vor dem Abflug nimmt sie noch an zwei einwöchigen Lehrgängen teil. Hier werden auch umfangreich Videoanalysen der Kämpfer über sich selbst und auch über die wichtigsten Gegner vorgenommen. „Ich merke schon, dass ich mich in letzten Monaten deutlich verbessert habe. Ich kann mehr Techniken umsetzen. Bei der EM habe ich mit sieben verschiedenen Techniken Punkte geholt. Natürlich habe ich auch an meinen Schwächen gearbeitet, aber die verrate ich nicht, welche das sind.“

Die Ferien reichen für diesen Trainingsumfang nicht mehr aus; das geht schon in die Schulzeit hinein. „Meine Schule, die Michelsen, unterstützt mich richtig super. Sie legt mir keine Steine in den Weg.“ Das hält ihr den Rücken frei und lässt sie gänzlich auf diese so wichtige Meisterschaft konzentrieren.

Trotz Bronzemedaille hat sie drei Plätze in der Weltrangliste eingebüßt; sie ist von Platz drei auf Platz sechs runtergerutscht. Trotzdem werden ihr Platzierungschancen eingeräumt. Eine Frage mag sie aktuell überhaupt nicht hören, wie sie selber ihre Chancen einräumt. „Es gibt eine Weltrangliste, aber wir sind fast nie gegeneinander angetreten, weil fast alle nur an Wettkämpfen auf dem eigenen Kontinent teilgenommen haben. Ich stufe die Asiaten und die Brasilianer als stark ein. Selbst in unserer Altersklasse ist die Leistungsdichte vorne schon recht hoch. Da kann ich auf einmal im ersten Kampf an eine unbekannte aber starke Kämpferin geraten, die mir nicht liegt. Und dann war's das schon nach einem Kampf. Ich will da keine unnötigen Erwartungen erzeugen und mich dann auch noch selbst unter Druck zu setzen.“ Aber vielleicht bringt ihr Geburtstag das entscheidende Quäntchen Glück, den sie einen Tag vor dem Wettkampf hat. „An sowas denke ich auch nicht, da müssen meine Trainingsbemühungen aufgehen.“

Kommenden Samstag beginnt die fast dreißigstündige Reise, um dann die kommenden Tage vor den Kämpfen die Zeitumstellung zu verdauen.

 

Das Holler Team schaffte es nicht in die Play-Off-Runde und bleibt in der 1. Liga

Die Gesichter der Mannschaft Judo in Holle SD ADMIN Team waren nach dem Begegnungsende nicht besonders glücklich, weil sie gegen die SUA Witten auf eigner Matte eine deutliche Niederlage kassierten und in der Tabelle auf Platz fünf runterrutschten. Die Wittener haben ihren dritten Platz gehalten und sind im Play-off dabei. Insgesamt hat dieser Kampftag vieles durcheinander gewürfelt. Ganz spektakulär hat die Mannschaft aus Potsdam auf eigener Matte den haushohen Favoriten, das JT Hamburg, mit 8:6 geschlagen und hat zum Vorrundenabschluss sogar die Tabellenführung übernommen. Die Spremberger haben als Aufsteiger angenehm überrascht und in Bottrop deutlich mit 10:4 gewonnen. Sie belegen nun Platz vier und werden in der Play-Off-Runde starten.

Es sollte schon die beste Besetzung antreten, aber dann reisten doch nicht alle an, was sich immer beim Pflichtwechsel zum 2. Durchgang bemerkbar macht. Der 1. Kampf machte Hoffnung, weil Robert Barwig den Punkt nach Holle holte. Dann kamen die Wittener gleich mit vier Punkten in Folge zum Zuge. Abschließend punkteten nochmal die Holler durch Mistral Janssen und Viktor Semenko, was einen Pausenstand von 4:3 für Witten ergab. Für die Rückrunde kamen leider nicht alle zu dem Erfolg, wie erhofft. Nur Jim Heijmann und Mistral Janssen holten zwei Punkte und erbrachten den nicht schmeichelhaften Endstand von 9:5 für Witten.

Für Holle ist die Saison jetzt beendet. Eine Abstiegsrunde gibt es nicht, weil zum nächsten Jahr die 1. Liga auf neun Mannschaften erweitert werden soll. Die neun Kampftage werden sich dann auf das ganze Jahr verteilen.

Hanna Rollwage gewinnt Gold und Bronze bei der Europameisterschaft U18

Hanna Rollwage vom Verein Judo in Holle hat ihren Traum erfüllt, mindestens eine Medaille bei der Europameisterschaft der U18 in Litauen zu gewinnen. Im Einzel ihrer Gewichtsklasse plus 70 kg hat sie im Kleinen Finale die Weltranglistenzweite Helena Vukovic aus Kroatien besiegt. Einen Tag später hat sie mit dem deutschen Team die Goldmedaille durch über die serbische Mannschaft gewonnen. Sie wurde nun von der Bundestrainerin Lena Göldi für die Mitte August stattfindenden Weltmeisterschaften in Chile nominiert.

Voller Bewunderung vermerkte der bislang erfolgreichste Holler Judoka Christophe Lambert. „Respekt, so gut war ich in ihrem Alter nicht. Das ist für Holle das bislang beste Ergebnis.“

Nicht ganz unüberraschend hat sich dieser Erfolg eingestellt, da Hanna Rollwage mit Turniererfolgen in den letzten Monaten sich in der Weltrangliste auf Platz drei vorgekämpft hat. Sie war auf der Wettkampfliste unter den 19 Teilnehmern gesetzt, was für sie den Vorteil erbrachte, erst später mit den starken Kämpferinnen auseinander setzten zu müssen. Zum Auftakt gewann sie gegen eine Ukrainerin nach knapp zwei Minuten durch eine Ippon-Wertung. Anschließend kam die kalte Dusche, weil sie gegen die Französin Laura Fuseau sich nicht optimal taktisch einstellte, musste sie unerwartet im Kampf um den Poolsieg eine Niederlage einstecken. Sie ließ sich aber nicht beirren und begann dann in der Trostrunde sich aufzubauen. Sie besiegte nach einer halben Minute Kinga Wolszcak aus Polen und anschließend über die gesamte Wettkampfzeit von vier Minuten Justina Kmieliauskaite aus Litauen. Das kleine Finale bekam noch mal Spannung mit viel Herzklopfen.

„schlaf bloß nicht ein“ sagte sie sich im Würgegriff im kleinen Finale und zählte die Sekunden runter

Ihre Gegnerin war die Weltranglistenzweite Helena Vukovic aus Kroatien. Beide hatten sich bislang noch nicht gegenüber gestanden. Hanna begann den Kampf dominierend und holte zwei große Wertungen. Zwanzig Sekunden vor Kampfende geriet sie am Boden in einen Würgegriff, der schnell in die Niederlage führen kann. Und da kam das Rollwagensche Durchhaltevermögen zum Durchbruch. „Aufgeben kam für mich überhaupt nicht in Frage, ich hatte ja durch zwei große Unterbewertungen die Führung und ich wollte auch nicht ohnmächtig werden. Ich habe mir dann gesagt – schlaf bloß nicht ein – ich habe immer auf die Wettkampfuhr geschaut. Es waren noch 20 Sekunden bis zum Wettkampfende. Als noch 15 Sekunden auf der Anzeige waren – habe ich die Sekunden gezählt, um wach zu bleiben.“ Das hatte geholfen – drei Sekunden vor Kampfende brach der Kampfrichter den Kampf ab und Hanna Rollwage war gerettet, die letzten drei Sekunden waren kein Problem mehr und sie hatte die Bronzemedaille sicher.

Der Kampf mit der Mannschaft am nächsten Tag begann mühsam

Gleich nach den zweitägigen Einzelkämpfen waren am folgenden Tag die Mannschaftskämpfe der Nationalmannschaften. In fünf Gewichtsklassen werden die Kämpfe ausgetragen: -48 kg, – 52 kg, – 57 kg, – 63 kg und + 63 kg. Die deutsche Frauenmannschaft war ausreichend stark besetzt und hatte sich bei dieser Europameisterschaft als beste Frauenmannschaft durch zweimal Gold, einmal Silber und viermal Bronze hervorgetan. Dieser Favoritenrolle wurde sie gerecht und konnte bei der Aufstellung aus dem Vollen schöpfen – die Frauen wechselten sich immer wieder ab. Das war für Hanna Rollwage ganz angenehm. Die Anstrengungen vom vorherigen Tag saßen ihr noch in den Knochen.

Die Auftaktbegegnung gegen Italien wurde mit 3:2 gewonnen. Gegen Holland musste Hanna Rollwage ran und stand einer ihr unliebsamen Gegnerin gegenüber, Marit Kamps. Die Erfolgsbilanz gegen sie war durchwachsen. Bis zum Ende der regulären Kampfzeit war Gleichstand und der Kampf wurde im Golden Score fortgesetzt. Da holte die Holländerin den entscheiden Wertungspunkt und gewann somit den Punkt für die Mannschaft. Trotzdem kam die deutsche Mannschaft und hatte im dritten Kampf, den Kampf um den Poolsieg und um den Einzug ins Halbfinale, die russische Mannschaft als Gegnerin. Die Erfolgsbilanz der Russinen war im Einzel nicht überwältigend und das schlug sich auch im Ergebnis nieder. Mit 3:2 qualifizierte sich das deutsche Team eine Runde weiter und musste nun sich gegenüber der französischen Mannschaft behaupten. Das war dann auch der Auftritt von Hanna Rollwage. Sie wollte die Revanche zur Niederlage vom Vortag, als sie von Laura Fuseau in die Trostrunde geschickt wurde. Diesmal hatte sie ein anderes taktisches Konzept sich überlegt, was sich dann letztendlich bewährte. Ihr Sieg trug zum dominanten Erfolg von 4:1 bei und damit standen sie im Finale gegen die serbische Mannschaft.

Die serbische Mannschaft hatte einen spektakulären Auftritt, weil sie nur mit drei Kämpferinnen antraten, die schon im Einzel mit einer Gold- und Silbermedaille erfolgreich abschnitten. Ihnen reichten jeweils drei Einzelsiege und so bezwangen sie die Mannschaften von der Ukraine, Georgien und der Türkei, um bis ins Finale zu kommen. Für die serbische Mannschaft galt nur, jeder Kampf muss gewonnen werden. Der Auftaktkampf im Finale war letztendlich der Entscheidungskampf, es war die Neuauflage des Finalkampfes – 48kg. Die neue Europameisterin Mascha Ballhaus stand ihrer Finalgegnerin Andrea Stojadinov gegenüber und sie gewann erneut mit zwei großen Unterbewertungen gegen die Serbin. Dieser Punkt reichte zum Sieg der Goldmedaille, weil die serbische Mannschaft zwar noch zwei Punkte holte, aber letztendlich die Bilanz mit 3:2 für die Deutschen positiv ausging.

Hanna Rollwage war überglücklich und zufrieden. „Natürlich war das doof, dass ich gegen die Französin im Einzel verloren habe. Ich habe den Kampf so richtig verpennt. Dafür habe ich in der Mannschaft die Revanche bekommen und genutzt. Später in der Trostrunde habe ich für mich zwei starke Gegnerinnen bezwungen. Gegen die Litauerin hatte ich in Polen verloren und die war stark und dann gegen die Kroatin.“

Jetzt hat sie einige Tage Trainingspause und wird aber schon bald auf die Weltmeisterschaften sich umfassend vorbereiten.

Die Holler empfangen zum letzten Vorrundenkampf das Team aus Witten

Die Plätze drei, vier und fünf sind im letzten Vorrundenkampf für die Mannschaft vom Verein Judo in Holle – SD Admin Team möglich. Wenn die Holler den Kampf gegen die Wittener gewinnen, dann ist Platz drei und die Teilnahme an der Play-Off-Runde sicher. Bei einer Niederlage und zusätzlich ein Sieg der Spremberger gegen Bottrop ist nur ein fünfter Platz das Ergebnis zum Vorrundenende und die Teilnahme am Play-Off wäre geplatzt.

„Da ist viel Rechnerei um mögliche Ausgänge, Punkteverteilungen und letztendlich Tabellenplätze. Aber auf der Matte müssen wir nicht beweisen, dass wir gut rechnen sondern gut kämpfen können. Da können wir uns nicht auf Erfolge anderer Mannschaften verlassen. Wir müssen gewinnen.“ Analysiert ganz nüchtern der Holler Coach die Lage vor der letzten Begegnung.

Die Holler versprechen für das Publikum eine spannende Begegnung. Zweimal hatten die Wittener gegen die Holler knapp gewonnen, vor zwei Jahren 8:6 und letztes Jahr 7:6. Dabei haben die Holler im letzten Jahr unnötig eine Führung aus der Hand gegeben. „Dieses Jahr muss ein Sieg her und jetzt sind wir dran.“

Der Erfolg bei vielen Mannschaften ist immer wieder davon geprägt, ob der gesamte Leistungskader zur Verfügung steht. „Wir haben noch keine Absagen, aber Sorge bereitet uns, dass mit dieser Terminansetzung in Niedersachsen die Ferien schon begonnen haben. Das wird sicherlich nicht vorteilhaft für die Zuschauerzahlen sein.“

Wettkampfbeginn ist 15:30h in der Holler Mohldberghalle.

Hanna Rollwage fliegt zuversichtlich zur Europameisterschaft

Hanna Rollwage vom Verein Judo in Holle macht einen zuversichtlichen Eindruck über ihre Möglichkeiten auf die Europameisterschaft der Kadetten (U18) in Kanaus / Litauen. Als Weltranglistendritte gehört sie zu den ganz großen Favoriten. „Ich weiß, dass ich Chancen habe. Ich habe mich körperlich und mental im Vergleich zum Vorjahr verbessert.“ Im letzten Jahr hatte sie noch mit einem siebenten Platz abgeschnitten. Rein theoretisch müsste sie besser abschneiden können. „Aber ich weiß auch, dass die Leistungsdichte um mich herum groß ist. Da könnte jede von uns oben auf dem Treppchen stehen und ich könnte auch gleich im ersten Kampf rausfliegen. Deswegen möchte ich mich auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.“

Nach dem Gewinn des Deutschen Meistertitels Anfang dieses Jahres hat sie ihre Erfolgsserie auf internationaler Ebene fortgesetzt. Jeweils einmal Gold, Silber und Bronze haben sie seit April auf dem dritten Platz auf der Weltrangliste gehalten. Diese Erfolge haben zu ihrer Zuversicht beigetragen und auch das Selbstvertrauen gesteigert. Körperliche Fitness und mentale Stärke sind zwei wichtige Säulen zum Turniererfolg. „Wir haben im Bundeskader nicht nur Judo trainiert sondern auch mit einem Sportpsychologen zusammengearbeitet. Meine größte Gegnerin war ich selbst, wenn mein Selbstvertrauen in die Knie ging. Ich habe jetzt mehr Zuversicht und sage mir in den kritischen Momenten – du packst es.“ Ein prickelnder Moment ist für Hanna Rollwage die Anzugskontrolle wenige Minuten vor Wettkampfbeginn. „Dann stehen wir das erste Mal dicht an dicht an beieinander. Vorher beim Aufwärmen konnte ich meinen Gegnerinnen aus dem Wege gehen, aber da beginnen die Machtspielchen, wer gewinnt die Blickkontakte. Heute weiß ich, dass die anderen vor mir auch Angst haben, aber dieses Wissen ist dann in kritischen Momenten auch mal weg.“ Damit ist sie ihre Angstgegnerinnen nicht losgeworden. Sie hofft darauf, dass sie auf die europäische Nummer Eins, Helena Vukovic aus Kroatien, erst im Finale zu stoßen. „Ihre Leistungsbilanz gegen mich ist besser.“

In den letzten Tagen hat sie im Training noch mal richtig eins draufgelegt – mindestens drei Stunden. Viel Unterstützung hat sie im Verein gehabt, mehrere Judoka haben abwechselnd mit ihr trainiert. Aber auch die beiden Stützpunkte in Hannover und Braunschweig ist sie angefahren, um die Bandbreite der Trainingsmöglichkeiten voll auszuschöpfen. „Da haben meine Eltern mich sehr stark unterstützt. Sie fahren mich immer zum externen Training und sie sind bei vielen Wettkämpfen dabei.“ Wie bei ihren drei Brüdern Max, Malte und Luka werden auch diesmal die Eltern mit dabei sein. Es sind ihre siebenten internationalen Meisterschaften.

Am kommenden Samstag wird sie mit achtzehn weiteren Judoka aus 13 Ländern in der höchsten Gewichtsklasse antreten. Insgesamt werden 243 männliche und 291 weibliche Judoka aus 42 Nationen erwartet. Nach den Einzelmeisterschaften finden zum Abschluss am Sonntag die Mannschaftsmeisterschaften statt, bei der Hanna Rollwage für das deutsche Team ebenfalls antreten wird.

Bislang nicht bekannt, ob diese Meisterschaften im Internetfernsehen übertragen werden. Die Ergebnisse aller Begegnungen werden online in der Wettkampfliste im Internet unter ippon.org angezeigt.

Die Holler verlieren beim Deutschen Meister in Hamburg

Die Niederlage war nicht überraschend, aber das Ergebnis war mit 9:5 (87:50) trotzdem besser als erwartet. „Wir Holler haben wenigstens nicht zweistellig verloren, was hingegen die drei anderen Mannschaften bislang einstecken mussten.“ Die Mannschaft von Judo in Holle SD Admin Team hat damit ihren dritten Tabellenplatz aufgeben müssen und rutschte einen tiefer auf Platz vier. Witten hat im Lokalderby gegen Bottrop mit 8:6 punkten können und ist vom fünften auf den dritten Platz nach vorne gekommen. Die Potsdamer haben in Spremberg mit 6:8 ihren zweiten Platz gehalten, dafür sind die Spremberger kontinuierlich von Platz drei über vier nun weiter nach unten auf Platz fünf gelandet.

Bedingt durch ein größeres europäisches Turnier, das für viele nationale Leistungsträger Pflicht war, hatten beide Mannschaften Lücken. Die Kernfrage wurde, wer die beste zweite Reihe hat, um diese Lücken auszufüllen. Im ersten Durchgang verliefen die ersten vier Begegnungen recht ausgeglichen, Robert Barwig (bis 73 kg) und Aigars Milenbergs (bis 90 kg) sorgten für den Ausgleich, aber dann punkteten die Hamburger wieder die nächsten drei Begegnungen und zur Pause stand es 5:2 für die Hamburger.

Im zweiten Durchgang mussten beide Mannschaften mindestens drei Kämpfer wechseln, was die Holler besser nutzen konnten. Sie punkteten gleich dreimal durch Danny Paul Kiel (bis 60 kg) erneut Aigars Milenbergs (bis 90 kg) und völlig unerwartet Thilo Assmann (bis 81 kg) gegen Serhiy Drebot aus der Ukraine. Letztendlich stand es zum Ende 9:5 (87:50) für die Mannschaft aus Hamburg. Der Holler Coach Maxime Lambert zeigte sich nicht unzufrieden. „Wir haben gegen eine Mannschaft gekämpft, die sich aus allen Vereinen des Hamburger Landesverbandes zusammensetzt und dann noch genauso viele ausländische Kader auf der Mannschaftsliste eingeschrieben hat. Sie sind nicht ohne Grunde der Topfavorit für die Titelverteidigung.“

Die beiden hervorragenden Kämpfer waren Aigars Milenbergs, der beide Kämpfe souverän vorzeitig mit Ippon gewann. Der Lette zeigte seine internationale Klasse. Große Aufmerksamkeit erzielte das Holler Nachwuchstalent Thilo Assmann, der in diesem Jahr bedingt durch Abitur nur eingeschränkt trainieren konnte. Gegen den elf Jahre älteren Serhiy Drebot aus der Ukraine ließ er sich in keiner Phase beeindrucken, obwohl der Ukrainer in seinen bisherigen fünfzehn Begegnungen nur einmal als Verlierer von der Matte ging. Jetzt beim sechszehnten Mal war es die zweite Niederlage.

Trotz dieser Niederlage gegen den Deutschen Meister sind die Holler nicht geknickt. Sie haben nach vier Kampftagen eine berechtigte Hoffnung in die Play-off-Runde zu kommen. Die beiden ersten scheinen festzustehen, das sind die Teams aus Hamburg und Potsdam. Berechtigte Hoffnungen können sich die drei Teams aus Witten, Holle und Spremberg machen. Der letzte Kampftag in zwei Wochen wird darüber Aufschluss geben. Die Holler werden die Wittener empfangen. Gleichzeitig läuft in Bottrop das Kellerduell Bottrop gegen Spremberg und zur Spitzenbegegnung empfangen die Potsdamer das Team aus Hamburg. Die Holler können nicht auf die anderen Mannschaften setzen, sie müssen gegen Witten gewinnen. Eine Niederlage gegen Witten und ein Sieg der Spremberger wäre für die Holler das Aus.

Fotos: Kathrin Stille

Autor der Texte: Wolfgang Ernst